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Das "Trockene Auge" (KCS)

Was ist ein "trockenes Auge”?

Bei dem Krankheitsbild des trockenen Auges (Keratokonjunktivitis sicca oder KCS) führt der Mangel an Tränenflüssigkeit an einem oder beiden Augen zum Austrocknen des äußeren Auges. Als Folge entstehen chronische Reizungen an Bindehaut und Hornhaut. In vielen Fällen wird das Krankheitsbild durch das Entstehen einer Hornhautentzündung, eines Hornhautgeschwürs oder der Einschränkung der Sehfähigkeit (Transparenzverlust der Hornhaut) verkompliziert. Mehrere Tränendrüsen am Auge sind zusammen mit bestimmten Anteilen der Bindehaut für die ausreichende Produktion der Tränenflüssigkeit verantwortlich.

Die Tränenflüssigkeit setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen und bildet so den Tränenfilm, der mit jedem Lidschlag über das gesamte Auge verteilt wird und mehrere wichtige Funktionen erfüllt. Neben der mechanischen Reinigung des Auges von Staub, Schmutz und Krankheitserregern dient der Tränenfilm der Ernährung der Hornhaut. Zudem besitzt er eine gewisse antibakterielle Wirkung und erhält die Durchsichtigkeit oder Transparenz der Hornhaut, was von essentieller Bedeutung für den normalen Sehvorgang ist. Bei ungenügender Tränenproduktion trocknen Bindehaut und Hornhaut aus, bakterielle Krankheitserreger und Schmutz können sich festsetzen und ihrerseits wiederum zu starken Entzündungen führen.

Was sind die Ursachen für ein "trockenes Auge"?

Für die verminderte oder fehlende Tränenproduktion kommen unterschiedliche Ursachen in Frage:

  • chronische Bindehautentzündungen 
  • Operationen im Bereich der Tränendrüsen 
  • Prellungen/Verletzungen im Kopfbereich oder Augenregion mit nachfolgender Lähmung 
  • Vergiftungen - verschiedene Medikamente (z.B. Sulfonamide) - Mangel an Vitaminen (v.a. Vitamin A) 
  • Infektionserkrankungen (z.B. Staupe) 
  • Agenesie der Tränendrüse, d.h. sie ist von Geburt an fehlerhaft oder gar nicht ausgebildet, z.B. beim Yorkshire Terrier, häufig einseitig 
  • angeborene Rassedispositionen mit ungenügender Fähigkeit der Tränendrüse Flüssigkeit zu produzieren, häufig betroffene Rassen sind: West Highland White Terrier, Chi Hua Hua, Yorkshire Terrier, Amerikanischer und Englischer Cockerspaniel, Englische Bulldogge, Zwergpinscher, Lhasa Apso, Teckel, Zwergschnauzer

 

Katzen, Pferde und kleine Heimtiere sind eher selten von der KCS betroffen. Die beschriebenen Symptome, Ursachen und auch die Therapie gelten auch bei diesen Tieren.

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Was sind die Symptome eines "trockenen Auges"?

Im Anfangsstadium können die klinischen Symptome noch sehr diskret und unspezifisch sein. Vermehrtes Blinzeln, Juckreiz und gelegentliche Lichtscheue können erste Anzeichen einer zu geringen Tränenproduktion sein. Diese Symptome können phasenweise wieder “verschwinden“ oder immer nur zu bestimmten Zeiten, z.B. wenn eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit besteht, auftreten.

Im fortgeschrittenen Stadium können die Tiere das betroffene Auge in die Augenhöhle zurückziehen, das dritte Augenlid fällt vor und wird sichtbar, die Hornhaut wirkt matt und stumpf und nicht mehr glänzend. Aufgrund der fehlenden wässrigen Komponente der Tränenflüssigkeit entsteht eine starke Menge weißlich-gelben oder gelblich-grünen zähen, pappigen Schleims am Auge. Dies ist oft am Morgen sehr deutlich ausgeprägt. Es können die gesamten Lider und Lidränder verklebt und verkrustet sein. Die Bindehaut des erkrankten Auges ist stark geschwollen und gerötet. Die normalerweise klare und durchsichtige Hornhaut ist je nach Schwere des Krankheitsverlaufs milchig weiß getrübt, rötlich verfärbt oder im chronischen Stadium dunkel pigmentiert, was dann zu ernsthaften Seheinschränkungen führt. In sehr schweren Fällen kann auch das Allgemeinbefinden des Tieres gestört sein, d.h. Inappetenz oder Apathie fallen auf.

Wie wird das "trockene Auge" diagnostiziert?

Nach einer genauen Untersuchung der Hornhaut und der Bindehaut wird die Menge, der von den Tränendrüsen eines Auges pro Minute produzierten, Tränenflüssigkeit gemessen. Hierzu wird ein kleiner, genormter Messstreifen aus Papier in den Bindehautsack gesteckt und nach einer Minute abgelesen. Am gesunden Auge des Hundes liegt die Tränenproduktion bei ca. 18-20 mm/Minute und kann in schweren Fällen bis auf 0-5 mm/Minute absinken. Bei Katzen ist die Tränenproduktion etwas geringer und die normalen Werte liegen bei 12-15 mm/Min.

Wie wird das "trockene Auge" behandelt?

Vorab muss in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass die KCS nicht geheilt werden kann. Das hört sich zunächst erst einmal frustrierend an, jedoch gibt es sehr gute Medikamente, die konsequent und gewissenhaft angewendet, sehr gute Erfolgsaussichten auf eine deutliche Besserung der Symptomatik haben. Nahezu alle Fälle der KCS können mit diesen Medikamenten, die teilweise auch individuelle „eingestellt“ werden müssen, erfolgreich behandelt werden.

Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab die eigene Tränenproduktion anzuregen und die Entzündungssymptomatik am Auge zu lindern. Bei dem Verdacht einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kann durch die Entnahme einer Tupferprobe aus dem Bindehautsack die Art der bakteriellen Erreger festgestellt und entsprechend behandelt werden. Die Wirkstoffe Ciclosporin und/oder Tacrolimus sind die Mittel der Wahl, um die eigene Tränenproduktion zu aktivieren, damit das Auge wieder entzündungs- und schmerzfrei wird. Alle Medikamente sind in Salben- oder Tropfenform erhältlich.

Welche Salbe oder Tropfen verwendet werden hängt von den Befunden und der Schwer des Falles ab. In der Regel werden die Medikamente mehrmals täglich (abhängig von der Stärke der Symptome und in Absprache mit dem Tierarzt) in den Bindehautsack des betroffenen Auges gegeben. Bei leicht ausgeprägten Fällen kann diese zweimalige Gabe schon genügen, um die Krankheitssymptome zu bessern. Es gibt jedoch auch Fälle in denen das Auge anfangs täglich zusätzlich mit einer speziellen Reinigungslösung gesäubert werden sollte. In schweren Fällen wird die fehlende Tränenflüssigkeit auch durch spezielle Augentropfen, sog. "künstliche Tränen" lebenslang ersetzt werden. Folgeerkrankungen des trockenen Auges, wie z.B. ein Hornhautgeschwür müssen ebenfalls entsprechend bis zur Abheilung versorgt werden. In wirklich wenigen Fällen können die Wirkstoffe Ciclosporin und/oder Tacrolimus keine befriedigenden Resultate zeigen. Dann kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Hierbei wird der Speichelgang der Ohrspeicheldrüse, der normalerweise im Maul endet, in den Bindehautsack verpflanzt und dort vernäht (Verlegung des Ductus parotideus). Fortan fließt der produzierte Speichel in den Bindehautsack und ersetzt die fehlende Tränenflüssigkeit.

Im Allgemeinen wird dieser "Tränenersatz" gut vom tierischen Auge toleriert. Im Laufe der Zeit können jedoch leichte weißliche Ablagerungen im und um das Auge entstehen und zu Entzündungen der Lider führen. Dann muss die Operation wieder rückgängig gemacht und der Speichelgang wieder abgebunden werden. Diese nicht ganz einfache Operation sollte aufgrund der möglichen Komplikationen (Gefahr des Versiegens des Speichelflusses nach 2-3 Jahren wegen der abnormen Lage des Speichelganges oder aber chronischen Hautirritationen) nur durchgeführt werden wenn jede Art der medikamentellen Therapie versagt.

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