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Der Nickhautdrüsenvorfall – Prolaps der Nickhautdrüse

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Was versteht man unter dem Begriff „Vorfall der Nickhautdrüse“?

Die Nickhautdrüse ist eine zusätzliche Tränendrüse, die sich an der hinteren Basis des dritten Augenlides befindet. Diese Drüse produziert ca. 30-40% der gesamten Tränenflüssigkeit; die übrigen 60-70% werden von der „Haupt“ Tränendrüse produziert, welche geschützt in der Augenhöhle liegt. Beim Vorfall der Nickhautdrüse handelt es sich um ein klassisches Krankheitsbild, bei welchem die Tränendrüse hinter dem dritten Augenlid „hervorrutscht“ und dann als rötliche runde Vorwölbung im inneren Lidwinkel zu sehen ist. Aufgrund des typischen Erscheinungsbildes spricht man auch von einem „Cherry Eye“. In einigen Fällen verlagert sich die Drüse spontan wieder an ihren Platz zurück, um dann jedoch nahezu immer wieder in regelmäßigen Abständen vorzufallen. Es können ein oder beide Augen betroffen sein. In der überwiegenden Zahl der Fälle tritt der Vorfall der Nickhautdrüse in den ersten 12 Lebensmonaten auf.

Was sind die Ursachen eines Nickhautdrüsenvorfalls?

Es handelt sich um einen so genannten multifaktoriellen Ursachenkomplex, d.h. es können mehrere Ursachen verantwortlich sein. Eine Bindegewebsschwäche im Bereich des dritten Augenlides, sowie ein zu langer Knorpel im dritten Augenlid können zum Nickhautdrüsenvorfall führen.

Weiterhin besteht eine deutliche Rassedisposition bei allen kurznasigen Rassen (z.B. Französische und Englische Bulldogge, Lhasa Apso) Hunden mit einem ausgeprägten Stop (z.B. Beagle, Malteser) und auch grosswüchsigen Rassen (z.B. Mastino Neapolitano, Deutsche Dogge, Bordeaux Dogge, Bernhardiner). Eine Erblichkeit ist aus diesem Grund nahe liegend und wird vermutet. In Einzelfällen können Entzündungen der Nickhautdrüse zu reaktiven Vergrösserungen und Vorfall der Drüse führen, was dann auch bei älteren Hunden anderer Rassen auftreten kann. Seltene Fälle eines geschrumpften Augapfels (Phthisis bulbi) lassen die Nickhautdrüse sekundär vorfallen. Nicht zu vergessen sind Katzen, bei denen das Krankheitsbild eher selten auftritt. Hierbei sind vorwiegend Perser-, Britisch Kurzhaar- und andere Rassekatzen betroffen.

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Was sind die Folgen eines Nickhautdrüsenvorfalls?

Wie bereits beschrieben handelt es sich um eine tränenproduzierende Drüse, die massgeblich für die Gesunderhaltung des Auges mit verantwortlich ist. Der Vorfall der Drüse ist sicherlich nicht angenehm, scheint jedoch als solcher nicht schmerzhaft zu sein. Aufgrund der exponierten Lage entzündet sich die Nickhautdrüse, schwillt an und kann teilweise auch zu leichten Blutungen führen. Dieser Zustand führt dann häufig zu Juckreiz, Schmerzhaftigkeit und weiteren Reizungen und Entzündungen. Unbehandelt kann der Vorfall der Nickhautdrüse 
im Spätstadium zu einem trockenen Auge (Keratokonjunktivitis sicca = KCS) führen.

Wie kann ein Nickhautdrüsenvorfall behandelt werden?

Generell kann gesagt werden, dass nahezu alle Formen des Nickhautdrüsenvorfalls einer operativen Korrektur bedürfen. Hierfür ist eine kurze Vollnarkose notwendig. Die Operation sollte von einem erfahrenen Tierarzt oder einem Augentierarzt durchgeführt werden. Während der Operation wird die vorgefallene Drüse an der Rückseite der Nickhaut versenkt und befestigt und kann damit wieder ihrer Funktion nachkommen. Die verwendeten Fäden lösen sich auf, so dass sich ein „Fädenziehen“ erübrigt.

In früheren Zeiten wurde die vorgefallene Tränendrüse häufig einfach mittels eines Scherenschlages entfernt, diese Prozedur gilt heute als absolut veraltet und sollte aufgrund der Komplikationen (KCS) nicht durchgeführt werden. Die Prognose nach einer Operation hängt natürlich neben dem Operationsverlauf nicht unerheblich von dem Zustand vor der Operation (starke Entzündung, Grösse der Drüse) und der Rasse (es gibt Rassen die zusätzlich noch eine Neigung zum trockenen Auge (KCS) entwickeln können) ist jedoch insgesamt als günstig zu bezeichnen.

In sehr seltenen Fällen sind Unverträglichkeiten des Nahtmaterials zu verzeichnen, die zu Entzündungen und/oder zu Rezidiven führen können. Die operative Nachsorge besteht in der mehrmaligen Applikation von Augensalben über etwa 14 Tage, in den ersten Tagen nach der Operation sollte das Tier ruhig gehalten werden und sollte nicht „schwimmen“ gehen oder vermehrter Staub- oder Schmutzbelastung ausgesetzt werden.

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