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Das Entropium

Was ist ein Entropium? 

Bei einem Entropium rollt sich der freie Lidrand  teilweise oder über die gesamte Länge nach innen. Es können Unterlid und Oberlid betroffen sein. Umgangssprachlich wird das Entropium auch „Roll-Lid“ genannt. Das Entropium tritt überwiegend bei Hunden, seltener bei Katzen, Kaninchen und Pferden auf. Man kann verschiedene Formen des Entropiums unterscheiden:

1. Das erbliche Entropium

Das erbliche Entropium muss nicht unbedingt von Geburt an vorhanden sein, sondern kann sich im Laufe der ersten Lebensmonate bis -jahre entwickeln.

Die Ausprägung des Entropiums hängt neben der genetischen Veranlagung auch von weiteren Faktoren (z.B. Anatomie des Schädels, Hautfaltenbildung im Kopfbereich) ab. Das Entropium tritt nicht nur bei verschiedenen Rassen (z.B. Chow-Chow, Shar Pei, Labrador Retriever, Vorstehhunde, Rottweiler, Englische Bulldogge) sondern auch bei Mischlingen auf.

Eine spezielle Form des Entropiums gibt es bei den kurznasigen Rassen (z.B. Mops, Pekingese, Shi Tsu, Französische Bulldogge u.a.), hierbei ist der gesamte innere Lidwinkel eingerollt, man spricht von einem Entropium nasale. Diese Form des Entropiums führt aufgrund der permanenten Reizung durch die Fellhaare nicht nur zu stetigem Tränenfluss, sondern auch zu chronischen Pigmenteinlagerungen und Defekten der Hornhaut, die in vielen Fällen zu Schmerzen und Sehbeeinträchtigungen bei dem Tier führen.

Bei einigen großwüchsigen Hunderassen (z.B. Neufundländer, Landseer, Deutsche Dogge, Bernhardiner) tritt das Entropium häufig in Kombination mit einer zu langen Lidspalte auf. In diesen Fällen ist ein Teil des Lides eingerollt und ein anderer Teil auswärts gerollt (Ektropium). Diese hochgradige Fehlstellung der Lider führt häufig zu einem sogenannten „Karo-Auge“ oder Makroblepharon, bei welchem die ordentliche Lidfunktion und somit der Schutz des Auges nicht mehr gewährleistet ist. Bei bestimmten Rassekatzen (z.B. Main Coone, Karthäuser u.a.) kann das Entropium ebenfalls auftreten. Oftmals ist bei diesen Tieren die Ausprägung der endgültigen Kopfform erst nach 3-4 Jahren abgeschlossen, so dass das Entropium auch beim ausgewachsenen Tier entstehen kann.
Beim Pferd tritt das erbliche Entropium eher selten und wenn, dann nur beim neugeborenen Fohlen auf. In den meisten Fällen „verwächst“ sich diese Form in den ersten Lebenswochen, so dass eine Therapie selten notwendig wird. 
 
2. Das erworbene Entropium

Hierbei handelt es sich um eine Einrollung des Lidrandes aufgrund von anderen, vorhergegangenen Einflüssen am Auge. Das Narbenentropium (Entropium cicatricium) entsteht z.B. aufgrund von Verletzungen. Das spastische Entropium (Entropium spasticum) entwickelt sich bei schmerzhaften Erkrankungen des Auges.

In diesen Fällen kneift und blinzelt das Tier so stark, so dass sich in einigen Fällen die Lidränder nach innen einrollen. Man kann ein schmerzbedingtes, spastisches Entropium mit Hilfe einer örtlichen Betäubung des Auges von anderen Formen unterscheiden. Dies ist auch im Hinblick auf die weitere Therapie wichtig, denn um diese Form des Entropiums zu behandeln muss die Ursache des Schmerzes (z.B. eine Hornhautentzündung) beseitigt werden.

Bei alten Tieren kann eine weitere Form des Entropiums, nämlich das Entropium senile auftreten. Das Entropium senile betrifft meist das Oberlid, dessen Stützfunktion aufgrund einer altersbedingten Bindegewebsschwäche des Lides nachlässt und so die Haare des Oberlides auf dem Auge reiben (z.B. bei Cocker Spaniel).

Eine weitere Form des Entropiums kann es bei Tieren nach einem deutlichen Gewichtsverlust geben. In diesen Fällen schrumpft das hinter dem Auge gelegene Fettpolster und führt zu einem Einfallen des Auges in die Augenhöhle. Als Folge davon rollt sich das Unterlid ein und führt zu Irritationen des Auges.
Das totale Entropium (Entropium bulbare) bezeichnet die Einrollung des gesamten Lidrandes, also von Ober- und Unterlid und tritt bei z.B. bei einem angeboren zu kleinen Augapfel (Mikrophthalmus) oder bei einer verletzungsbedingten Schrumpfung des Augapfels (Phthisis bulbi) auf.

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Was sind die Folgen eines Entropiums? 

Der Lidrand sorgt neben dem mechanischen Schutz des Auges vor äußeren Einflüssen auch dafür, dass sich der Tränenfilm gleichmässig auf dem Auge verteilt. 
Zusätzlich befinden sich im Lidrand unzählige kleine Talgdrüsen, die den Lidschlag geschmeidig machen und eine vorschnelles Austrocknen der Tränenflüssigkeit verhindern. Die Lidränder an sich sind haarlos, so dass bei einem Einwärtsrollen die Fellhaare auf dem Auge zu reiben beginnen. Hieraus wird ersichtlich, dass jede Störung, d.h. jede Fehlstellung der Lider (Ein- oder Ausrollung), zu einem Ungleichgewicht führt. Ein Entropium führt immer zu tränenden Augen, Schmerzhaftigkeit mit Zukneifen und Blinzeln, Bindehaut- und Hornhautentzündungen.

In den meisten Fällen entsteht durch die eingerollten Haare eine so starke Reizung der Hornhaut die zu einem Hornhautgeschwür (Ulkus korneae), d.h. zu einem „Defekt“ in der Hornhaut führt. Ein Ulkus korneae ist immer eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die sogar zum Verlust des Auges führen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig jede Form des Entropiums der Ursache entsprechend zu behandeln.

Wie kann ein Entropium behandelt werden? 

Die Behandlung des Entropiums hängt natürlich in erster Linie von der Ursache ab. Generell kann gesagt werden, dass nahezu alle Formen des Entropiums einer operativen Korrektur bedürfen. Um ein schmerzbedingtes Entropium (E. spasticum) auszuschliessen sollte immer vorab der Test mit den örtlichen Betäubungstropfen durchgeführt werden. In allen anderen Fällen richtet sich der Zeitpunkt einer Operation, d.h. einer chirurgischen Korrektur, nach dem Alter des Tieres und der Stärke der Ausprägung des Entropiums. Bei Welpen einiger Rassen (z.B. Shar Pei oder Chow-Chow) gibt es die Methode des „Lid- Tackings“ bei welcher eine Hautfalte um das Auge herum zusammengerafft wird, so dass die Lidränder und die Haare nicht mehr auf dem Auge reiben können.

Diese Falte wird 10-14 Tage belassen. In den ersten 3-4 Lebensmonaten ist das Wachstum der Welpen noch sehr stark ausgeprägt, so dass sich das Entropium teilweise noch „auswachsen“ kann und die Falte dann verschwindet. Es sei darauf hingewiesen, dass diese Technik zwar sehr einfach klingt, jedoch nur für bestimmte Arten des Entropiums angewendet werden sollte. Ab dem Alter von ca. 4 Monaten führt die Methode des „Lid-Tackings“ zu keiner Verbesserung der Symptomatik mehr. Beim jungen Tier sollte eine Operation möglichst erst erfolgen, sobald das Tier ausgewachsen ist, um eine Überkorrektur zu vermeiden. Selbstverständlich gibt es auch hier Ausnahmen, z.B. wenn das Entropium mit deutlichen Schmerzen für das Tier verbunden ist und bleibende Schäden für das Auge zu erwarten sind.

In diesen Fällen sollte mit einer Operation des Entropiums nicht gewartet werden. Eine gute Faustregel ist: „So früh wie nötig und so spät wie möglich“. Im Zweifelsfall sollte man sich immer zusammen mit seinem Tierarzt, der bei Bedarf den Patienten sicher auch einen Spezialisten überweist, beraten. Für die chirurgische Korrektur des Entropiums stehen viele verschiedene Techniken und Variationen zur Verfügung. Es eignet sich nicht jede Methode für jedes Entropium, daher sollten der Zeitpunkt und die Art der Operationstechnik immer von einem erfahrenen Tierarzt bestimmt werden. Schwierige Fälle (z.B. die Kombination von Entropium und Ektropium aufgrund einer zu langen Lidspalte) sollten vom spezialisierten Tierarzt behandelt werden.

Die züchterischen Konsequenzen sollten so sein, dass mit dem betroffenen Tier nicht gezüchtet wird. Zur Prophylaxe sollten Elterntiere und Wurfgeschwister ebenfalls auf Lidfehlstellungen untersucht und ggf. von der Zucht ausgeschlossen werden. Der Erbgang ist bisher noch nicht vollständig geklärt, d.h. man spricht von einem polygenen Erbgang, an dem mehrere Gene beteiligt sind. Wie bei vielen anderen Erkrankungen auch spielen bei dem Zustandekommen eines Entropiums ebenso weitere Faktoren wie z.B. die Kopfgröße, die Position des Augapfels in der knöchernen Augenhöhle, die Kopffaltenbildung eine nicht unerhebliche Rolle.

Die Prognose nach einer Operation hängt natürlich neben dem Operationsverlauf nicht unerheblich von dem Zustand vor der Operation und vom Schweregrad des Entropiums ab, ist jedoch insgesamt als gut zu bezeichnen.

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